Bis zu 65 % Steuerersparnis beim Tausch der Heizanlage

Förderungen im Baubereich in Südtirol

Die verschiedenen Förderungen im Baubereich lassen sich in folgende Kategorien unterteilen:

  • Landesförderungen für energiesparende Maßnahmen
  • Landesförderungen für den Bau, Sanierung oder Kauf von Erstwohnungen (Wohnbauförderung)
  • Vorfinanzierung der steuerlichen Begünstigungen durch das Land
  • Steuerabzüge (50% und 65%) für die Gebäudesanierung
  • staatliche Förderung Wärmekonto „Conto termico“

Landesförderung für energiesparende Maßnahmen

bis zu 30% Beitrag auf die Ausgaben ohne MwSt. erhält man für:

  • Einbau von thermischen Solaranlagen für die Warmwasserbereitung und / oder Schwimmbaderwärmung
  • Einbau von thermischen Solaranlagen für die Heizungsunterstützung und / oder Kühlung (Voraussetzung: Klimahaus A + Niedertemperaturheizsystem)
  • Einbau von automatisch beschickten Heizanlagen für feste Brennstoffe, wie Hackschnitzel und Pellets (Klimahaus C bzw. A je nach Alter der Baukonzession)
  • Einbau von Stückholzvergaserkesseln (Voaussetzung: Klimahaus C bzw. A je nach Alter der Baukonzession)
  • Einbau von geothermischen Wärmepumpen (Voraussetzung: Klimahaus C bzw. A + Niedrigtemperaturheizsystem)
  • Wärmerückgewinnung aus Anlagen zur Kühlung von Produkten

Zuschüsse werden nur vergeben, wenn keine wirtschaftlich und technisch vertretbare Anschlussmöglichkeit an das öffentliche Stromnetz besteht. Ausnahme: PV-Anlagen, die durch EU-Programme finanziert werden.

Bemerkung: Im Einzugsgebiet von Fernheizwerken werden keine Beiträge für Anlagen zur Wärmeerzeugung und Solaranlagen gewährt.


Landesförderungen für den Bau, Sanierung oder Kauf von Erstwohnungen (Wohnbauförderung)

Um in den Genuss der Wohnbauförderung zu kommen, müssen verschiedene Kriterien wie Ansässigkeit in der Provinz, Alter, Arbeitsnachweis, Lebensminimum, kein Besitz, usw. erfüllt werden. Die Höhe und Art der Förderung (zinsloses Darlehen oder fixer Betrag) werden in Form eines Punktesystems aufgeschlüsselt. Für die Punkteermittlung sind folgende Kriterien ausschlaggebend: wirtschaftliche Verhältnisse der Familie, Anzahl der Familienmitglieder, Dauer der Ansässigkeit, Zwangsräumung, Widerruf der Dienstwohnung, bewohnen einer unbewohnbaren bzw. überfüllten Wohnung, Gründung einer neuen Familie, der/die Gesuchssteller/in oder ein unterhaltsberechtigtes Familienmitglied ist ein/e Versehrte/r, Arbeits- oder Zivilinvalide.

Vorfinanzierung der steuerlichen Begünstigungen durch das Land

Seit 01. Juli 2014 kann für den Steuerabzug für außerordentliche Instandhaltungen bei Erstwohnungen um eine Vorfinanzierung angesucht werden. Die Vorfinanzierung wird in Form eines zinslosen Darlehens gewährt, welche in 10 gleichen Jahresraten zurückerstattet werden muss.

Weitere Informationen unter:
www.provinz.bz.it

www.afb-efs.it/afb_de/wohnbaufibel/index.html


Steuerabzüge (50% und 65%) für die Gebäudesanierung

Für außerordentliche Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten von Wohnungen und Wohngebäuden kann ein Teil der Ausgaben von der Einkommenssteuer (IRPEF) abgezogen werden (auf 10 Jahre aufgeteilt). Der Steuerabzug wurde als fixe Norm in das Steuergesetz aufgenommen und ist somit auf unbefristete Zeit verlängert.

Mit 26. Juni 2012 wurde der Steuerabzug von 36% auf 50% angehoben. Im Rahmen des Stabilitätsgesetzes 2016 wurde der Steuerabzug bis zum 31.12.2016 verlängert. Ab 01.01.2017 wird er auf 36% herabgesetzt.

Der Maximalbetrag für die Abschreibung beträgt 96.000 Euro pro Wohneinheit und Baumaßnahme. Ab 01.01.2017 wird er wieder auf 48.000 Euro herabgesetzt.

Gefördert werden außerordentliche Instandhaltungsarbeiten (Arbeiten, die der Erneuerung und Verbesserung des Gebäudes dienen, wie Austausch der Fenster, Einbau einer Heizanlage, Errichtung von Umzäunungen usw.), Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten (gilt vor allem für Gebäude mit einem besonderen architektonischen oder historischen Wert), bauliche Umgestaltung und andere förderungswürdige Bauarbeiten (wie z.B. Arbeiten zur Energieeinsparung, zur Anpassung an diverse Sicherheitsbestimmungen, …) und dergleichen. Bei Kondominien werden auch ordentliche Instandhaltungsarbeiten (Arbeiten, die zur Erhaltung des Gebäudes bzw. der technischen Anlagen dienen) gefördert.

Auch der Ankauf bereits sanierter Wohnungen kann steuerlich geltend gemacht werden. Hierbei können 50% von der Einkommenssteuer abgezogen werden. Der Steuerabzug wird auf 25% des Kaufpreises (inkl. MwSt.) kalkuliert, wobei der Höchstbetrag 96.000 € pro Wohnung / Baueinheit beträgt.

Weitere Infos unter:
http://www.agenziaentrate.gov.it

Für folgende Maßnahmen können sogar 65% (neu seit 06. Juni 2013) von der Einkommenssteuer (IRPEF) abgezogen werden:


Der Steuerabzug für die energetischen Sanierungsmaßnahmen für Privatpersonen wurde im Rahmen des Stabilitätsgesetzes 2016 bis zum 31. Dezember 2016 verlängert. Ab 01.01.2017 wird der Steuerabzug auf 36% herabgesetzt.

Der Steuerabzug muss jeweils zu gleichen Teilen auf 10 Jahre aufgeteilt werden.

  • für Sanierungsarbeiten zur energietechnischen Optimierung von bestehenden Gebäuden, sofern der gesetzlich vorgeschriebene Primärenergiebedarf für Heizzwecke (Legislativdekret vom 11.03.2008) eingehalten werden kann. Der Höchstbetrag des Abzugs beläuft sich auf 100.000 €.
  • Øfür den Austausch der alten Heizanlage und deren Ersetzung durch einen Brennwertkessel, eine Geothermieanlage, eine Wärmepumpe oder eine Biomasseanlage (Holz, Hackgut, Pellets, Mais), sowie die diesbezügliche Anpassung des Verteilersystems. Der Höchstbetrag des Abzuges beläuft sich auf 30.000 €.
  • für den Austausch der traditionellen Systeme für die Warmwasserbereiter und deren Ersetzen mit einer Wärmepumpe. Der Höchstbetrag des Abzuges beläuft sich auf 30.000 €
  • für die Anschaffung von Sonnenkollektoren zur Bereitung von Warmwasser Der Höchstbetrag des Abzuges beläuft sich auf 60.000 €.

Weitere Infos:

www.afb-efs.it
www.acs.enea.it/


Neues Wärmekonto “Conto termico 2.0”
Für Privatpersonen und Kondominien

Staatliche Förderung für den Einbau von Wärmepumpen, Solaranlagen und Biomasseanlagen

Mit 03. Jänner 2013 ist das Ministerialdekret (Dekret vom 28. Dezember 2012) zum 1. Wärmekonto in Kraft getreten. Mit 31. Mai 2016 (Dekret vom 16. Februar 2016 – GU Nr. 51 vom 02.03.2016) traten einige Neuerungen und Vereinfachungen in Kraft.

Für Privatpersonen und Kondominien sieht das neue Fördersystem (Conto termico 2.0) bis zu 65% Förderung für die Nutzung erneuerbarer Energien vor.

Geförderte Maßnahmen

Austausch der alten Heizanlage und deren Ersetzen mit Anlagen, welche mit erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Zu den geförderten Maßnahmen zählen:

  • der Einbau einer elektrischen oder gasbetriebenen Wärmepumpe unter der Verwendung von Luft, Erdwärme oder Wasser als Energieträger
  • der Einbau einer Biomasseanlage (Stückholz, Pellets, Hackgut), der Einbau von Holz- oder Pelletsöfen und Holz- oder Pellets-Heizkamine (termocamini) in einem Gewächshaus oder einem ländlichen Gebäude
  • der Austausch des elektrischen Warmwasserboilers und das Ersetzen mit einer Wärmepumpe
  • der Einbau einer thermischen Solaranlage (Warmwasserproduktion) auch kombiniert mit einem solaren Kühlsystem (solar cooling)
  • der Einbau von hybriden Wärmepumpen (Kombinationen aus Wärmepumpen und anderen Heizwäremerzeugern)

Wichtig: für den Einbau von Heizanlagen mit einer Leistung über 200 kW bzw. einer Solaranlage über 100 m² müssen Wärmemengenzähler eingebaut werden.

Förderhöhe und Auszahlungsdauer

Je nach Maßnahme beträgt die Förderhöhe zwischen 40 und 65% der anerkannten Kosten. Aber auch andere Kriterien, wie die Leistung einer Heizanlage, die Art der Investitionen und die Klimazone, spielen bei der Höhe der Förderung eine Rolle.

Dauer der Auszahlung
Die Förderung der nachstehenden Maßnahmen wird zu gleichen Teilen auf 2 bzw. 5 Jahre aufgeteilt.

  • Austausch der Heizanlage mit einer Leistung bis zu 35 kW: 2 Jahre
  • Austausch der Heizanlage mit einer Leistung zwischen 35 und 2.000 kW: 5 Jahre
  • Austausch des elektrischen Warmwasserboilers: 2 Jahre
  • Einbau einer thermischen Solaranlage mit einer Bruttofläche bis zu 50 m²: 2 Jahr
  • Einbau einer thermischen Solaranlage mit einer Bruttofläche zwischen 50 und 2.500 m²: 5 Jahr

Hinweis:
Beträgt die Summe der Förderung nicht mehr als 5.000 Euro, so wird sie von der GSE in einer einmaligen Rate ausbezahlt.
Zur Förderung zugelassen ist nur der Einbau von neuen Geräten. Zudem muss die Anlage genau dimensioniert und an die realen thermischen Verbrauchswerte angepasst werden.
Für die Berechnung der Förderung anerkannte Spesen

  • Abbruch und Entsorgung der alten Anlage (komplett oder teilweise)
  • Einbau der thermischen, mechanischen, elektrischen und elektronischen Analgen
  • Hydraulische Arbeiten und Maurerarbeiten, die erforderlich sind, um die Heizanlage fachgerecht auszuführen
  • Erforderliche Eingriffe am Verteilungsnetz, an der Warmwasseraufbereitung, an der Steuerung und Regelung, der Brennstoffbereitstellung und der Abgabesysteme sowie die Kosten für die Wärmemengenzähler
  • Planungsarbeiten im Zusammenhang mit der durchgeführten Maßnahme
  • Energiediagnose und APE (Energieattestat)

Die Spesen verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer, sofern diese einen Kostenpunkt darstellt.

Der Staat stellt 700 Millionen Euro für Privatpersonen, Kondominien und Firmen zur Verfügung. Sobald diese Gelder erschöpft sind wird neu entschieden, wie es mit dem so genannten Wärmekonto weiter geht. Ein Zähler auf der Internetseite der GSE gibt Aufschluss darüber, wie viel von den vorgesehenen Geldern noch zur Verfügung stehen.

Daher ist es nicht nur wichtig rechtzeitig um die Förderung anzusuchen, sondern auch den Zähler des GSE im Auge zu behalten, um am Ende nicht leer auszugehen.

Gesuchsstellung

Innerhalb 60 Tage ab Durchführung bzw. Fertigstellung der Arbeiten muss der Antrag um Förderung über das “portaltermico” der GSE (italienischer Netzbetreiber) abgewickelt werden.

Für den Einbau von kleinen Heizanlagen (unter 35 kW) und kleinen Solaranlagen (unter 50 m²) ist ein vereinfachtes Gesuchsmodell vorhanden.

Um in den Genuss der Förderung (Conto termico 2.0) zu kommen, müssen diverse technische Richtwerte erfüllt werden. Zudem muss für all jene Heizanlagen, welche nicht im Katalog der GSE enthalten sind eine eidesstattliche Erklärung von einem befähigten Techniker erstellt werden. Aus dieser Erklärung muss hervorgehen, dass die Anlage korrekt Dimensioniert wurde.

Wichtig
Aus den Bank- bzw. Postbelägen muss der Grund für die Überweisung, die Steuernummer des Gesuchstellers und die Steuer- und Mehrwertsteuernummer des Begünstigten hervorgehen. Die Summe der Einzahlungen muss mit den Gesamtspesen, welche im Förderungsgesuch angeführt wurden übereinstimmen.

Für den Austausch von Heizanlagen mit einer Nennleistung ab 200 kW muss vorab eine Energiediagnose und danach ein Energieattestat erstellt werden.

Spesen

Für Verwaltungs-, Überwachungs- und Kontrollarbeiten sind für die Privatpersonen und Kondominien, Spesen in Höhe von 1% der Förderung mit einem Maximum von 150 Euro pro Jahr an die GSE zu bezahlen.

Aufbewahrung Unterlagen

Die Originaldokumente müssen für Kontrollzwecke für 5 Jahre ab der letzten Förderungsrate aufbewahrt werden.
 

Kumulierbarkeit der Förderung

Die Förderung ist nicht kumulierbar mit anderen staatlichen Förderungen.
Weitere Infos:

www.gse.it/it/Conto%20Termico/Conto%20Termico%202.0/Pagine/default.aspx

Infoblatt: WA143 – Stand: 07/2016


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